Am Samstag konnten wir – der Servir e.V. , ehemalige Schülerinnen und Brasilien-Begegnungsfahrer – endlich das 35-jährige Bestehen unseres Vereins begehen, der im Dezember 1985 als Arbeitskreis Servir gegründet worden war. An dieser Stelle berichteten wird bereits im vergangen Dezember von den Protagonisten der Geschichte von Servir sowie den vielen Aktionen und Errungenschaften.
Am Samstag konnten wir nun endlich gemeinsam darauf anstoßen. In der vorangegangenen Mitgliederversammlung wurde außerdem Werner Liesmann aus dem Vorstand verabschiedet und als neuer Ehrenvorsitzender begrüßt. Anne-Katrin Lingemann konnten wir als neuen Kopf des Vorstandsteams gewinnen. Gemeinsam mit Frederik Linn kann Anne die Arbeit von Servir an der Schule weiter vertreten und konsolidieren. Vielen Dank Euch und dem Rest des Vorstandes für Eure kontinuierliche Arbeit und die Organisation der schönen Feier!
Mitgliederversammlung im Waldforum bei Sonnenschein
Am Abend sprach Werner Liesmann dann einige Worte und würdigte die vielen kreativen Aktivitäten zum Spendensammeln für Kinder- und Jugendprojekte in Brasilien und Kenia, die durch die Schülerinnen und Schülern in all den Jahren umgesetzt wurden. Außerdem blieb hier nicht unerwähnt, das insgesamt ein Spendenvolumen von stolzen 1 Million Euro erreicht wurde! Dies ist den vielen Freundinnen und Förderern des Vereins zu verdanken.
Danach wurden viele Dankesworte und -videos von ehemaligen Schülerinnen und Schülern überbracht, die Werner gerührt entgegennahm. Beim gemeinsamen Klönen klang der Abend aus.
Wir freuen uns, dass am Samstag so viele zur Mitgliederversammlung sowie der anschließenden Feier gekommen sind. Danke an Euch, die ihr zur guten Atmosphäre, netten Gesprächen und dem fleißigen Vertilgen von Würstchen, Muffins, Kaffee und Gekühltem beigetragen habt.
Auch Lust bekommen, den Verein weiter zu unterstützen? Die Gelegenheit bekommst Du zum Beispiel durch Beitreten oder Spenden.
Zum Projekttag an Maria Königin räumten zwei Klassenstufen die gesamte Aluscheune auf – und ließen ihren Mitschülerinnen und Mitschülern nichts mehr übrig
Vergangenen Mittwoch und Donnerstag fanden Projekt- und Wandertage für die Klassen 5 bis 9 als schöner Abschluss des Schuljahres an Maria Königin statt.
Am Mittwoch kamen die 8er und 9er in die Schule und durchliefen verschiedene Stationen – darunter die Aluscheune, aber auch ein Spiel- und Sportparcours, eine Station zum Holzscheiben anmalen für ein gemeinsames Mobile, eine Ruhestation in der Kirche sowie eine Infostation über die Situation von Klima, Umwelt und des Waldes. Die Klassen 5 bis 7 gingen derweil wandern.
Fleißige Schülerinnen und Schüler bei der Arbeit
Am Donnerstag wechselten die Klassenstufen, und die jüngeren Schülerinnen und Schüler kamen zum Projekttag an die Schule – allerdings wurde Ihnen eine Station vorenthalten: Es war kaum noch Alu da!
Morgens noch volle Tüten ..
..abends nur noch klägliche Reste.
Eigentlich sollte der Aluberg in der Scheune der vielen engagierten Alusammler und – spender für alle Klassen reichen, aber die Großen waren so diszipliniert und fleißig, dass sie tatsächlich den ganzen Berg wegsortiert haben.
Sauber! sagt da der Servir e.V. und sendet ein großes Dankeschön an die fleißigen Helfer. Insbesondere auch an Frau Kaspari, die den ganzen Morgen ununterbrochen Ballen presste!
Im zweiten “Corona”-Jahr läuft der Schulunterricht mit Unterbrechungen weiter
Erfreulicherweise konnte im Januar 2021 wie geplant die Grundschule in Pundamilia wieder eröffnen. Nun wurde nach einer Unterbrechung Ende März am 10. Mai 2021 der Endspurt des Schuljahres eingeläutet. Eigentlich startet das Schuljahr mit dem Kalenderjahr, aber die langen pandemiebedingten Schließungen haben das akademische Jahr in Kenia nach hinten verschoben.
Klasse 4
In Pundamilia füllen 151 Schülerinnen und Schüler nunmehr die Vorschulklasse “Baby class” und das 1. bis 4. Schuljahr . Wir freuen uns, dass sich die Schulanmeldungen trotz der Situation weiter stabilisieren konnten und hoffen, dass die Schule als wichtiger Bezugsort weiter geöffnet bleiben kann.
Die “Baby Class” mit ihrer Lehrerin
Hier finden Sie den Bericht aus dem ersten “Corona-Schuljahr” 2020.
Seit 1985 setzen sich Lehrerinnen und Lehrer des Gymnasiums Maria Königin gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern für die “Eine Welt” ein. Die Arbeitsgemeinschaft Servir wurde in jenem Jahr im Dezember auf einer Weihnachtsfeier gegründet. Vieles wurde seither geschafft, wenn auch nicht jedes Engagement ohne Hürden verlief.
Menschen im Servir
Die meisten Freundinnen und Freunde des Servir verbinden diese Zeit insbesondere mit den Menschen, die das Projekt maßgeblich geprägt haben: Allen voran das Urgestein und Gründungsmitglied Werner Liesmann, der bisher noch auf jeder Begegnungsfahrt dabei war und auch in seiner Rentenzeit nicht müde wird, die Arbeit des Servir zu unterstützen.
Werner in Aktion
Die zweite Schlüsselperson setzte an MK die Mühlen des Austauschs und der Reflektion in Gang: Der inzwischen verstorbene Bischof Anselmo Müller, Bischof der Diözese Januária in Brasilien. Einige Monate vor der Gründung der Arbeitsgemeinschaft Servir hatte er im Rahmen eines Besuchs nachhaltigen Eindruck hinterlassen und aufgezeigt, wo in seiner Diozöse große Not herrschte, aber auch Handlungsspielraum für ein Engagement in Deutschland vorhanden war.
“Bispo” Anselmo Müller,
In den Folgejahren war der Bischof derjenige, der die Fäden der Projekte in Januária und Quebra Guiada in der Hand hielt und einen sehr guten Austausch mit dem Servir in Lennestadt pflegte. Nach dem Tod von Anselmo Müller vor fast zehn Jahren und später folgenden politischen Verwerfungen musste der Servir e.V. seinen Fokus von den bisherigen Herzstücken Servir und Pequeno Davi ablassen und neue Wege des Engagements finden.
Der dann entstehende Kontakt mit Kenia war ein willkommenes Geschenk. Für die neue Projekt-Generation stehen nun Schwester Ancy und ihre Mitschwestern des Ordens der Schwestern Mariens von der Unbefleckten Empfängnis, die die Grundschule in Pundamilia aufbauen und leiten.
Die Schwestern in Pundamilia mit Besuch aus Deutschland
Wir freuen uns, in Pundamilia weiter wertvolle Unterstützung leisten zu können und in den kommenden Jahren relevante Aktivitäten für den Austausch zwischen MK und der Schule in Pundamilia auszubauen.
Bildungsarbeit am Gymnasium Maria Königin
Neben den Projekten vor Ort steht als wichtige Säule die Bildungsarbeit an Maria Königin. Im Laufe von fast zwei Generationen kann sich die Bilanz durchaus sehen lassen. Nach nunmehr fünf Begegnungsfahrten nach Brasilien, weiteren Erkundungsfahrten nach Kenia, tausenden verkauften Kaffeepäckchen, geernteten Äpfeln und genähten Täschchen, diversen Lerneinheiten zu Themen der Einen Welt und unzähligen Vertretungsstunden in der Alu-Scheune, in denen noch mehr Kerzen “gedrückt” wurden, steht fest: Servir hat vielen Schüler*innen mehr als nur mittwochs frischen Kuchen gebracht.
Die Bildungsarbeit des Servir an Maria Königin hat Schülerinnen und Schülern Denkanstöße gegeben. Sie konnten durch aktive Teilnahme und praktische Erfahrungen lernen, dass sie als Individuen nicht untätig bleiben müssen, sondern jede und jeder einen Beitrag zu mehr globaler Gerechtigkeit leisten kann. Für viele war dies in ihrer Entwicklung einer Perspektive auf die Welt handlungsleitend – in der Schule, wo viele Stunden engagierte Arbeit geleistet wurden, sowie nach dem Schulabschluss, bei der Studien- und Berufswahl und im fortlaufenden ehrenamtlichen Engagement.
Ohne den Einsatz der Schülerinnen und Schüler ist der Servir nicht denkbar
In diesem Sinne: “Gratulation und ein großes Dankeschön allen, die am Projekt mitgeholfen haben” (Werner Liesmann)!
Mit einer tollen Aktion haben Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Maria Königin wieder gezeigt, wie man ohne großen Aufwand und mit Spaß an der Sache einen Beitrag leisten kann: Die Klasse 6a führte vor den Herbstferien einen erfolgreichen „English Flea Market“ zugunsten des Servir e.V. durch.
English Flea Market der 6a
Statt Schulhefte wurden auf den Tischen im Klassenraum Kleinigkeiten und Selbstgemachtes ausgelegt und zum kleinen Preis angeboten. So manches Teil, dass sonst ein trauriges Dasein in der Kinderzimmerecke gefristet hätte, fand hier eine*n neue*n Besitzer*in. Dabei wurden die Verkaufsgespräche und Preisverhandlungen auf Englisch geführt und so das Gelernte mit Freude in die Praxis umgesetzt.
Rund 47 Euro und damit die Hälfte der Erlöse dieser tollen Aktion wurde an den Servir e.V. gespendet, und fließt direkt in die Unterstützung der Schule in Pundamilia, Kenia. Wir bedanken uns herzlich bei der 6a und ihrer Englischlehrerin Frau Tröster, denen wir zu ihrem tollen Erfolg gratulieren.
Im Zuge der Corona-Pandemie sind die Zahlen der nachgewiesenen Infektionen und Todesfälle auf dem afrikanischen Kontinent immer wieder diskutiert worden. Im Vergleich zu anderen Weltregionen sind die Zahlen niedrig – wohl aber auch die Testquoten. Sicher ist: Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie hinterlassen ihre Spuren, insbesondere bei den einfachen Leuten.
Grundschule in Pundamilia geschlossen
Auch die Schule in Pundamilia ist seit dem 15. März 2020 von der landesweiten coronabedingten Schließung betroffen. Kosten und Einnahmen geraten nunmehr in ein Ungleichgewicht. Sowohl die Schulgelder einerseits, als auch die Mahlzeiten für die Schülerinnen und Schüler anderseits fallen weg. Für die Kinder keine gute Nachricht – ganz zu schweigen vom Unterrichtsausfall . Gleichzeitig sollen die Lehrerinnen und Lehrer zumindest anteilig entlohnt werden, um zukünftig eine schnelle Wiederaufnahme des Unterrichts zu ermöglichen und ein Mindestmaß an Absicherung zu bieten.
Die angeschlossene Krankenstation (dispensary) hingegen erfüllt auch jetzt einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsfürsorge der umliegenden Dörfer: Ein Zuschussgeschäft, welches einen hohen Nutzen bringt. Die aktuelle Situation gebietet Handeln.
Daher freuen wir uns als Servir e.V. gemeinsam mit den Schwestern vor Ort die nötigen Finanzen ermitteln und auch kurzfristig zur Verfügung stellen zu können. Monatlich wird die Schule nun mit knapp 2500 Euro unterstützt, bis wieder der Normalbetrieb aufgenommen werden kann.
Die Mitarbeiter der Krankenstation – in Zeiten vor der Pandemie
Wer sich für Hintergründe zur Situation in Kenia interessiert, wird bei den üblichen Quellen leider nur bedingt und oberflächlich fündig. Daher finden Sie unten eine kleine Linksammlung, die weiterhelfen kann.
Einen ausführlichen Analysevorschlag der Zahlen finden Sie hier.
Corona als Chance für Kenia Gesundheitssystem? Hier erfahren sie mehr.
Weitere interessante Beitrage aus Nairobi zu Corona und anderen Themen die Kenia und Ostafrika bewegen finden Sie hier: Afrikareporter
Der Titel „Schule der Zukunft“ wird durch die Natur- und Umweltschutzakademie NRW im Auftrag des Umwelt- und Bildungsministeriums vergeben. Maria Königin wurde nach 2015 erneut für die Projekte im Bereich des Klima- und Naturschutzes, der Eine-Welt-Arbeit, des fairen Handels und der Bewusstseinsbildung belohnt.
Ausführliche Informationen mit anschaulichen Bildern finden Sie in dem folgenden Artikel von lokalplus.nrw:
Schüler unterstützen bei der Sammlung und dem Abtransport von 2,5t Aluminium.
Altenhundem. Eine gewaltige Menge Aluminium ist jetzt am Gymnasium Maria Königin abgeholt worden. Die Spedition Mönig transportierte im Auftrag der Firma Trimet mehr als 2,5 Tonnen gesammeltes und gesäubertes Aluminium ins Ruhrgebiet zum Recycling ab.Unter tatkräftiger Mithilfe der Schülervertretung und anderer engagierter Schüler wurden die gepressten Alublöcke in einen großen Container verladen. Das Alu war im Rahmen des Servir-Projektes innerhalb von zwei Jahren gesammelt, gesäubert und bearbeitet worden.
Nils Kückelhaus von der Firma Trimet und Arne Regelbrecht vom Gesamtverband der Aluminiumindustrie waren voll des Lobes für das Projekt und die gute Qualität des Aluminiums. Der Gesamtverband hatte den Kontakt zur Firma Trimet hergestellt und wird auch eine Dokumentation über Aluminiumrecycling produzieren, in der das Servir-Projekt am Gymnasium Maria Königin eine wichtige Rolle spielt.
Aluminium ist wiederverwertbar
Aluminium lässt sich zu 100 Prozent wiederverwerten und ist gleichzeitig problematisch in der Produktion, da das Aluminiumerz Bauxit unter schwierigen Bedingungen unter anderem in Dritte-Welt-Ländern abgebaut wird. Die Herstellung von Aluminium erfordert zudem sehr große Mengen an Energie. Für das Recycling benötigt man gerade mal 5 Prozent dieser Energie. Daher hat die Aluminiumindustrie ein großes Interesse an Recyclingprojekten.
Für die 2,5 Tonnen Aluminium erhält das Projekt Servir eine Vergütung von fast 4.000 Euro. Hinzu kommt ein Zuschuss der Stadt Lennestadt von über 500 Euro. Das Geld fließt in die Grundschule in Pundamilia in Kenia, die seit einigen Jahren vom Projekt Servir unterstützt wird.
Sammlung am 4. April
„Wir freuen uns über die erfolgreiche Alusammlung und werden diese selbstverständlich weiterführen,“ erklärt Anne-Katrin Lingemann vom Projekt Servir. „Um uns und den Schülern die Arbeit etwas zu erleichtern, bitten wir aber weiter darum, dass nur sauberes Aluminium abgegeben wird. Neben den Teelichtern nehmen wir auch Deo-, Haarspray- und Getränkedosen an. Wir sammeln auch größere Aluminium-Teile, wie zum Beispiel Autokennzeichen oder Töpfe aus Aluminium.“
Am Samstag, 4. April, wird von 10 bis 12 Uhr Aluminium an der Alu-Scheune hinter dem Gymnasium Maria Königin angenommen. Ansprechpartnerin am Gymnasium Maria Königin ist Anne-Katrin Lingemann (anne-katrin.lingemann@maria-koenigin.de).
Traditionell berichtet der Servir e.V. zum Jahresende über die Tätigkeiten an der Schule und in den weltweiten Projekten. Interessante Informationen zu den reichhaltigen Aktionen am Gymnasium MK und zur Entwicklung in unserem Schulprojekt in Kenia gibt es hier: Servir-Rundbrief 2019
Nach meinem letzten Besuch in Pundamilia, Kenia im September 2013 kehre ich sechs Jahre später gespannt auf die Veränderungen und die Weiterentwicklung des Servir-Projekts des Gymnasiums Maria Königin in das kleine Dorf zurück, das etwa 10 Autominuten von dem Ort Makuyu entfernt liegt, in dem ich von August 2011 bis Juni 2012 mein einjähriges friedenspolitisches Volontariat absolviert habe. Ich kann mich noch gut an die Anfänge des Servir-Projekts im Jahr 2012 erinnern. Schwester Delora und Schwester Lucy, die in dieser Zeit meine direkten Nachbarn in Makuyu waren, sind jeden Tag in das Dorf Pundamilia gefahren, um die Menschen dort zu besuchen, Zeit mit Ihnen zu verbringen und sie nach ihren Problemen und Sorgen zu befragen. Der Wunsch nach einer Grundschule im eigenen Dorf wurde immer wieder erwähnt. Und so wurden unter Beratung und Unterstützung von Werner Liesmann vom Gymnasium Maria Königin ein Stück Land in Pundamilia erworben und erste Planungen für das zukünftige Servir-Projekt, eine Grundschule mit den Jahrgangsstufen 1 bis 4, erstellt. Als ich ein Jahr nach meinem Voluntariat im Jahr 2013 erneut zu Besuch in Kenia war, konnte ich in Pundamilia nur das Haus der Schwestern im Rohbau sehen. Das fertige Haus, die Schule und die Krankenstation kannte ich seitdem nur von Fotos und aus Berichten vom regelmäßigen Weihnachtsbrief vom Servir-Verein von Maria Königin.
Unser Logo als Zeichen für unsere Verbundenheit
Als ich den Schwestern in Pundamilia im Frühjahr 2019 mitteile, dass ich in diesem Jahr zu Besuch nach Kenia komme, luden sie mich direkt ein. Im August hießen sie mich dann vor Ort sehr herzlich willkommen. In Pundamilia lernte ich Schwester Shushuma und Schwester Luciana kennen. Schwester Lucy, Schwester Ancy und Schwester Rosina kannte ich bereits von früher, und wir freuten uns über das Wiedersehen. Sie informierten mich, dass Schwester Delora, die mit Werner Liesmann das Projekt verantwortlich startete, aktuell die Provinz-Oberin der SMI-Schwestern ist und in Tansania lebt. Schwester Shushuma nahm sich den ganzen Morgen frei, um mir das Projekt zu zeigen und mich über Fortschritt, Stillstand und Zukunftsaussichten zu informieren. Ich war total begeistert, was in den vergangenen 7 Jahren auf dem erworbenen Land entstanden ist: ein kleines, funktionelles Haus für die Schwestern, eine neue und modernen kenianischen Richtlinien entsprechende Grundschule und eine Krankenstation, die auf die Behandlung der am häufigsten in dieser Region auftretenden Erkrankungen ausgerichtet ist!
Die Krankenstation
Wir begannen unseren Rundgang im Wohnhaus der Schwestern. Mit Bedauern erzählte mir Schwester Shushuma, dass das Haus für die Schwestern ausreichend ist, jedoch aktuell leider keinen Platz bietet um Volontäre oder Besucher darin unterzubringen. Sie freuen sich, dass ein Interesse an einem neuen Volontariat oder einem Besuch aus Deutschland in ihrem Projekt besteht, doch sie können eine Unterbringung erst anbieten, wenn ein Gästehaus gebaut worden ist. Als nächstes führte uns unser Rundgang zu der Stelle, an der das Bohrloch für die Wasserversorgung entstanden ist. Unglücklicherweise fördert das Bohrloch lediglich Salzwasser! Der Salzgehalt des Wassers ist dabei so hoch, dass nicht einmal der Garten damit gewässert werden kann. Das ist sehr schade, auch weil die Schwestern gehofft hatten, das Wasser verwenden zu können um ihren Garten sogar noch weiter zu vergrößern. Das Gemüse dieses Gartens wollten sie für die Herstellung des Mittagessens für die Schulkinder nutzen, denn aktuell müssen die Zutaten dafür gekauft werden. Das Projekt zweier junger deutscher Ingenieure mit Hilfe von Solar-Panelen das Wasser zu entsalzen, war im vergangenen Jahr zunächst sehr erfolgsversprechend gestartet. Es wurden vier solcher Systeme installiert, die insgesamt etwa 120 Liter Wasser pro Tag entsalzten. Durch den hohen Salzgehalt des Wassers und die starke Sonneneinstrahlung kam es im Laufe der Zeit jedoch zur fortschreitenden Auskristallisierung des Salzes und zur Verstopfung des Systems, was wiederum zur vollständigen Zerstörung der Solar-Panele führte.
Der Brunnen von außen
Eine Lösung dieses Prozesses der Auskristallisierung ist, auch nach der Meinung der beiden Ingenieure, leider nicht in Sicht. Die Schwestern suchen aktuell nach weiteren Möglichkeiten zur Entsalzung des Wassers und warten auf die Antwort einer Anfrage bei der Firma, mit der sie bei der Installation des Bohrlochs zusammengearbeitet haben. Zur Zeit wird das salzige Wasser ausschließlich zum Putzen der Grundschulgebäude verwendet. “Süßes Wasser” erhalten die Schwestern einerseits durch das Sammeln von Regenwasser, dass sie in großen Tanks speichern, und andererseits -während der Trockenzeit, wenn das gespeicherte Wasser aufgebraucht ist- aus der öffentlichen Wasserleitung. Dieses Wasser müssen sie allerdings bezahlen. Schwester Shushuma erklärt, dass sie mehr Regenwasser sammeln könnten, dafür aktuell jedoch Wassertanks fehlen, in denen das Wasser gesammelt und aufbewahrt werden kann.
Ein Panoramabild des Schulgeländes
In der Grundschule in Pundamilia war es bei meinem Rundgang mit Schwester Shushuma sehr ruhig, denn es waren August-Ferien. Ich erfuhr, dass zur Zeit 82 Schüler die Partnerschule von Maria Königin, genannt „Bischof-Morrow-Schule“, in Pundamilia besuchen und von 4 Lehrern unterrichtet werden. Geleitet wird die Schule von Schwester Lucy. Es gibt zur Zeit 2 Vorschulklassen, von denen eine von Schwester Rosina unterrichtet wird, und die Grundschulklassen 1 bis 3. Im nächsten Schuljahr, dass im Januar 2020 beginnt, wird es dann eine vierte Klasse geben und die Ordensschwestern hoffen, dass damit die Anzahl der Schüler auf mehr als 100 Schüler ansteigt. Die nur langsam wachsende Schülerzahl ist dadurch bedingt, dass private Schulen im Gegensatz zu staatlichen Schulen in Kenia eine Schulgebühr erheben um ihre Lehrer zu bezahlen. Schwester Shushuma betont, dass sie sich sehr bemühen nur bestens qualifizierte Lehrer zu engagieren; diese wiederum fordern auch ein entsprechendes Gehalt! Die gute Qualität der Bildung, die die Partnerschule von Servir anbietet, zeigt sich im regionalen Schulvergleich, bei dem die Bischof-Morrow-Schule in Pundamilia fast in jedem Merkmal unter den besten 3 Grundschulen der Region zu finden ist. Zum Ende des kommenden Schuljahres, so erzählte mir Schwester Shushuma, benötigt die Schule neue Klassenräume, um eine fünfte Klasse und gegebenenfalls eine kleine Bibliothek mit Schulbüchern unterbringen zu können.
Ein Klassenraum einer Vorschulklasse
Aktuell entstehen neben dem Wohnhaus der Ordensschwestern 2 Räume für sogenannte Babyklassen. In diesen Klassen können Kinder zwischen 3 und 5 Jahren aufgenommen werden, bevor die Kinder zur Vorschule gehen. Dafür wird der große Vorratsraum der Schwestern verlegt, und zwei Klassenräume daraus gemacht. Außerdem wird zur Zeit ebenfalls ein kleines Sanitärgebäude gebaut; einen kleinen Spielplatz mit Rutsche, Karussell und Schaukel gibt es bereits. Das Ziel ist eine weiter ansteigende Schülerzahl. Dazu beitragen soll auch eine Kooperation mit dem Don Bosco-Kindergarten im Ort Pundamilia. Schwester Shushuma berichtet bei unserem Rundgang ferner von individuellen finanziellen Förderbedürfnissen von Schulkindern des kenianischen Servir-Projekts, deren Eltern das Schulgeld für ein ganzes Schuljahr nicht aufbringen können. In einem solchen Fall besuchen die Ordensschwestern die betroffenen Familien, um gemeinsam mit den Eltern Fördermöglichkeiten zu besprechen, damit das Kind die Schule nicht verlassen und zu einer zum Teil weit entfernten staatlichen Schule gehen muss.
Der neue Spielplatz
Dann besuchten wir die Krankenstation. Ich erfuhr, dass die angestellte medizinische Fachkraft zur Zeit vorübergehend in Mutterschutz ist und deshalb die Anzahl der Patienten leicht reduziert ist. Trotzdem könnten die Patienten auch weiterhin gesehen und behandelt werden. Auch Schwester Shushuma und Schwester Ancy arbeiten hier, ebenso wie eine Empfangsdame und eine Kassiererin. Eine weitere Mitarbeiterin arbeitet zudem in einem gut ausgestatteten Labor und eine wieder andere gibt in der kleinen Apotheke die benötigten Medikamente an die Patienten aus. In der Krankenstation werden vor allem Durchfallerkrankungen, die durch zum Teil unsauberes und kontaminiertes Wasser hervorgerufen werden, und allgemeine Erkrankungen, wie Erkältungen und andere Infektionskrankheiten, diagnostiziert und behandelt. Malaria ist zum Glück eher selten in dieser Region, sagte die Ordensschwester. Zum Schluss erzählte mir Schwester Shushuma noch, dass sie weiteres Land in Pundamilia erworben haben, auf dem sie weitere Lebensmittel anbauen wollen, sobald die Wasserversorgung etwas gesicherter ist.
Der Besuch endete mit einem schönen und liebevoll von Schwester Luciana zubereiteten gemeinsamen Mittagessen, bei dem wir uns gemeinsam an die Anfänge in Pundamilia erinnerten und uns gleichzeitig eine gute weitere Entwicklung für das Projekt wünschten. Ich bin überwältigt, was in den letzten 7 Jahren durch die großartige Arbeit von Servir und allen seinen Unterstützern entstanden ist und möchte mich dafür auch im Namen der SMI-Schwestern in Pundamilia auf das Herzlichste bedanken.
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