In Zusammenarbeit mit der Fachschaft Biologie entstand die Idee, eine Streuobstwiese auf dem Schulgelände anzulegen. Die Mitglieder des Servir e.V. wollen gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern die Pflege der Obstwiese übernehmen und langfristig die Früchte ihrer Arbeit in der Schule verkaufen. Es waren mehrere große Arbeitseinsätze erforderlich, um dieses Projekt zu realisieren. Nachdem einige alte Lärchen weichen mussten, wurde das Gelände im Sommer 2006 gefräst. Bei dieser Arbeit wurden wir von unserem ehemaligen Schüler Andreas Behle mit schwerem Gerät unterstützt, wobei – auf Grund der großen Trockenheit – viel Dreck aufgewirbelt und die Rückseite der Schule mit einer dicken Staubschicht belegt wurde.

Herbstferien 2006

Der nächste Einsatz erfolgte in den Herbstferien. Am ersten Ferientag – während sich vermutlich 99 % aller Schüler in NRW noch in den Federn wälzten – standen die unerschrockene Servir-Gruppe der Klasse 9c und zwei verschlafene Lehrer am frühen Morgen mit Hacken, Schaufeln und Schubkarren bewaffnet auf dem Schulgelände bereit. Ziel war es, die Pflanzlöcher großzügig auszuheben – wobei wir allerdings von einem Bagger unterstützt wurden – und anschließend die steinige Erde gegen fruchtbaren Mutterboden auszutauschen.

Am 3. November konnte nun endlich gepflanzt werden. Der Besitzer der Baumschule, der die Halbstämme höchstpersönlich lieferte, demonstrierte den Schülern mit ausführlichen Erklärungen das Pflanzen des ersten Baumes. Danach konnten die Schüler die Arbeiten in Eigenregie übernehmen: Löcher ausheben, Drahtkörbe zum Schutz gegen Wühlmäuse anfertigen und einlegen, Stützpfähle mit einem Vorschlaghammer einschlagen, Bäume einsetzten, Wildschutz anbringen und immer wieder – Schubkarre für Schubkarre –  Erde mit Kompost mischen und einfüllen.

Es war schon zu sehen, dass die Arbeiten für die Schüler ungewohnt und körperlich anstrengend waren, dennoch wurde unermüdlich bei bester Laune bis in den späten Nachmittag  „geackert“. Die Bäume wurden mit neuen Namen versehen und somit regelrecht „adoptiert“. Zum Glück stand uns auch unser Bruno – unser Hausmeister – mit Rat und vor allem Tat zu Seite; es ist fraglich ob wir sonst vor Einbruch der Dämmerung fertig geworden wären. Bei dieser ersten Pflanzaktion wurden 20 Obstbäume gepflanzt, darunter sogar „adelige“ Apfelsorten wie „Prinz Albrecht von Preußen“, die 1865 bei Glatz (Polen) als Sämling von Kaiser Alexander ausgelesen wurde, oder der „Rheinische Bohnapfel“, der zwischen 1750 und 1760 im Neuwieder Becken entdeckt wurde. Auch die Birnensorte „Alexander Lucas“ war dabei, die um 1870 von Alexander Lucas in einem Wald in Blois (Frankreich) gefunden und ab 1874 in den Handel gebracht wurde. Daneben gab es auch Zwetschgen, Quitten und Kirschen.

Frühjahr 2007 – 2009

Im folgenden Frühjahr 2007 wurden Nistkästen rund um die Streuobstwiese angebracht. Um ein optimales Wachstum der Obstbäume zu ermöglichen und den ausgeglichenen Knospenaustrieb zu fördern wurde 2008 unter Anleitung eines Pomologen (Obstbaukundler) der Erziehungsschnitt an den Bäumen durchgeführt. Im Frühjahr 2009 wurden dann weitere Bäume im Rahmen eines weiteren Arbeitseinsatzes gepflanzt.

2015

Immer wieder stromerten Klassen unter Anleitung der Biologielehrer durch die Obstwiese um Pflegemaßnahmen durchzuführen. So wurden zum Beispiel die Baumscheiben der jungen Bäume mit Haken und in schweißtreibender Arbeit von Unkräutern befreit, Kompost ausgebracht, Kalk ausgestreut, vor dem 1. Frost Leimringe gegen den Frostspanner angebracht oder auch Nisthilfen für Nutzinsekten hergestellt und an den Bäumen befestigt.

Herbst 2016

Ende Oktober wurde es höchste Zeit für die Apfelernte. Da die 7d gerade wenig Lust auf Prozentrechnung hatte, stürmte sie die Wiese und pflückte in nur zwei Stunden über 1200 Äpfel, was 187 kg Nettogewicht ergab. Und natürlich  wurde der eine oder andere auch  einmal probiert. Das Urteil der Pflückenden fiel sehr unterschiedlich aus: Manche Sorten schmeckten ausnehmend gut, andere dagegen bitterer als die, die man im Supermarkt kaufen kann.

Die Äpfel wurden vom Saftmobil gewaschen und gepresst. Anschließend wurde der Saft kurz auf 78 Grad Celsius erhitzt und sofort in ein 5 Liter fassendes „Bag-in-Box-System” abgefüllt. 20 Kanister waren am Ende das stolze Ergebnis. Wir verkaufen diese für 12 € + 3 € Pfand für den Karton. Die Erlöse des Verkaufs kommen dem Servir e.V. zugute.